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31.07.2026

RheinEnergie wird Top-3-Anbieter für Energiedienstleistungen

RheinEnergie übernimmt EnBW-Contracting-Portfolio und wird Top-3-Anbieter für Energiedienstleistungen in Deutschland

Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) und die Kölner RheinEnergie AG (RheinEnergie) haben eine Vereinbarung über den Verkauf des EnBW-Contracting-Geschäfts geschlossen. Mit der geplanten Übernahme baut die RheinEnergie ihr Energiedienstleistungsgeschäft deutlich aus und steigt zu einem der drei führenden Anbieter komplexer Energiedienstleistungen in Deutschland auf. Gleichzeitig schärft die EnBW mit der geplanten Transaktion ihren strategischen Fokus im Rahmen ihres massiven Investitionsprogramms in den Umbau des Energiesystems.

Das Contracting-Portfolio der EnBW umfasst deutschlandweit rund 200 Anlagen. Mit der geplanten Übernahme erweitert die RheinEnergie ihre Kompetenzen insbesondere bei komplexen Industrieprojekten und im Geschäft mit der öffentlichen Hand. Gleichzeitig wächst das Unternehmen auf rund 800 Anlagen und 1.100 MW installierte Leistung und gehört künftig zu den führenden Anbietern komplexer Energiedienstleistungen (EDL) in Deutschland. Teil der Vereinbarung ist zudem der Übergang der rund 150 Contracting-Mitarbeitenden der EnBW zur RheinEnergie.

EnBW schärft Fokus auf zentrale Wachstumsfelder

Das Contracting-Geschäft der EnBW profitiert von langjährigen Kundenbeziehungen und verfügt über gute Wachstumschancen, gehört jedoch nicht zum unmittelbaren strategischen Kerngeschäft des Unternehmens. EnBW plant bis 2030 Investitionen von bis zu 50 Milliarden Euro insbesondere in den weiteren Ausbau der Strom- und Gasnetze, erneuerbare Energien, wasserstofffähige Gaskraftwerke sowie die Elektromobilität. Vor diesem Hintergrund ist die kontinuierliche Überprüfung des Portfolios hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Übereinstimmung mit der strategischen Ausrichtung fester Bestandteil der Geschäftsroutine.

„Ich freue mich, dass wir mit der RheinEnergie einen Partner gefunden haben, unter dessen Dach sich das Contracting-Geschäft erfolgreich weiterentwickeln kann – mit einer klaren Perspektive für die Projekte und damit sowohl für unsere Kunden als auch für unsere Mitarbeitenden“, erklärt Peter Heydecker, Vorstand für Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur bei der EnBW. „Mit dem Verkauf schärfen wir unseren strategischen Fokus im Bereich der Erzeugung, um unsere starke Wettbewerbsposition im Markt zu behaupten. Diese Fokussierung unterstützt die Umsetzung unseres ambitionierten Wachstumsprogramms, damit EnBW auch weiterhin ihre zentrale Rolle in der Transformation des Energiesystems wahrnehmen kann.“

Energiedienstleistungen als strategisches Wachstumsfeld

„Die Energiewende findet nicht nur in Stromnetzen und Erzeugungsanlagen statt, sondern zunehmend direkt bei unseren Kunden – in Industrieunternehmen, Quartieren, Krankenhäusern, Kommunen und der Wohnungswirtschaft. Deshalb bauen wir unser EDL-Geschäft seit Jahren konsequent bundesweit aus“, sagt Andreas Feicht, Vorstandsvorsitzender der RheinEnergie AG. „Mit der Übernahme des EnBW-Portfolios beschleunigen wir diesen Weg und entwickeln die RheinEnergie zu einem der führenden Anbieter komplexer Energie- und Wärmelösungen in Deutschland. Gemeinsam erreichen wir eine neue Größenordnung: Aus rund 600 Anlagen und 550 Megawatt werden rund 800 Anlagen und 1.100 Megawatt. Damit gehören wir künftig zu den Top-3 EDL-Anbietern in Deutschland.“

Starke Ergänzung beider Portfolios

„Unsere Kunden stehen heute vor der Herausforderung, ihre Energieversorgung wirtschaftlich, sicher und zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Dafür brauchen sie Partner, die Planung, Finanzierung, Bau und Betrieb aus einer Hand anbieten und Erfahrung in ganz unterschiedlichen Anwendungsfeldern mitbringen“, ergänzt Stephan Segbers, Vertriebsvorstand der RheinEnergie AG. „Genau hier ergänzen sich die Stärken von RheinEnergie und EnBW hervorragend: Während wir unsere Kompetenz bislang vor allem in der Wohnungswirtschaft und im Gewerbebereich ausspielen, erweitern wir unser Portfolio gezielt um große Industrieprojekte und das Geschäft mit der öffentlichen Hand. So können wir künftig alle relevanten Kundengruppen noch umfassender begleiten und ihnen passgenaue Energie- und Wärmelösungen anbieten.“

Kontinuität für Kunden und Perspektive für Mitarbeitende

Für die Contracting-Kunden der EnBW läuft der Geschäftsbetrieb uneingeschränkt weiter. Bestehende Verträge und Konditionen gelten unverändert fort und werden vollumfänglich übernommen.

Auch für die Mitarbeitenden wurde eine verlässliche Perspektive vereinbart: Die RheinEnergie wird den Standort Stuttgart mit der gesamten Belegschaft erhalten. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis Ende 2029 ausgeschlossen.

Vollzug vorbehaltlich behördlicher Zustimmungen

Über die Höhe des Kaufpreises haben die beteiligten Parteien Stillschweigen vereinbart. Der Vollzug der Transaktion steht u. a. unter dem Vorbehalt der Bestätigung der zuständigen Kommunalaufsicht sowie der Zustimmung der zuständigen Kartellbehörde, die spätestens zum Jahresanfang 2027 erwartet werden. Bis dahin führt die EnBW das Geschäft fort.

Eine Deutschlandkarte zeigt die Standorte der Contracting-Anlagen von RheinEnergie und EnBW.

Die Standorte der Contracting-Anlagen von RheinEnergie und EnBW weisen eine hohe räumliche Komplementarität auf. (Grafik: RheinEnergie)

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