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RheinEnergie (Zur Startseite)

08.05.2026

Rheinisches Energieforum 2026: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Katharina Reiche spricht per Videoschalte auf dem Rheinischen Energieforum.

Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche erläuterte in ihrer Keynote den Transformationsfahrplan der Regierung.

Rund 300 Teilnehmende aus Politik, Wirtschaft, Kommunen und Wissenschaft sind am 5. Mai der Einladung der RheinEnergie zum diesjährigen Rheinischen Energieforum gefolgt – darunter Bundeswirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche. Im Mittelpunkt der Veranstaltung im smartvillage Köln-Mülheim stand die Frage, wie der Weg in die neue Energiewelt zwischen politischen Zielen und praktischer Umsetzung gelingen kann.

Schon vor dem Carlswerk-Gelände wurde die gesellschaftliche Dimension des Themas sichtbar: Eine Gruppe friedlicher Demonstrierender machte ihre Kritik am Regierungskurs deutlich. Die Energiewende polarisiert – doch vor und im Saal herrschte Konsens darüber, dass die Transformation des Energiesystems das große gemeinsame Ziel ist und bleibt. Die Unterschiede liegen, wie sich im Verlauf des Tages immer wieder zeigte, in den Details zu Tempo, Steuerung und Kosten. So entwickelte sich ein Tag voller Impulse, Diskussionen und Perspektiven.

Klare Worte zum Auftakt

Eröffnet wurde das Forum von Andreas Feicht, Vorstandsvorsitzender der RheinEnergie, gemeinsam mit Kölns Oberbürgermeister Thorsten Burmester. Beide betonten, dass die Energiewende nicht nur ein Klimaprojekt sei, sondern eine Frage wirtschaftlicher Souveränität und regionaler Zukunftsperspektiven. Andreas Feicht mahnte zugleich zur Sachlichkeit: „Wenn wir uns auf die Sache konzentrieren und uns mit den fachlichen Fragen beschäftigen, werden wir auch zu gemeinsamen Lösungen kommen.“

Einen inhaltlichen Höhepunkt setzte Bundeswirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche, die per Video-Zuschaltung in das Forum eingebunden war. In ihrer Keynote sprach sie offen über Zielkonflikte zwischen Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit. Gerade in Krisen brauche es Zuversicht, damit die Handlungsfähigkeit erhalten bleibe. Mit Blick auf die aktuelle Lage sagte sie: „Energiewende ohne Versorgungssicherheit ist keine Transformation, sondern ein Risiko.“

Bandbreite des Programms

Die Themen des Tages spannten einen weiten Bogen. So diskutierte im Panel „Lebenswertes Rheinland – wie gelingt die Daseinsvorsorge 2035?“ Melanie Kehr, Vorständin der KfW, mit Bürgermeistern und Stadtwerke-Vertretern aus Hürth, Dormagen und Troisdorf den hohen Investitionsbedarf in den Kommunen. In vier parallelen Breakout-Panels vertieften am Nachmittag die Teilnehmenden gemeinsam mit Experten zentrale Spannungsfelder der Branche, etwa zu Wettbewerbsfähigkeit und Kosten der Transformation, zur kommunalen Wärmewende, zum Netzausbau sowie zu Digitalisierung und KI.

In einer abschließenden Gesprächsrunde mit Journalistinnen und Journalisten von Handelsblatt, F.A.Z., energate und Tagesspiegel Background standen die Energiepolitik und die unterschiedlichen Lösungsansätze der Markteilnehmer nochmals kritisch im Fokus. Den informativen Schlusspunkt setzte Dr. Sabine Grießbach vom Forschungszentrum Jülich mit einem Einblick in den Hochleistungsrechner Jupiter – der aktuell schnellste Supercomputer Europas wird intensiv für Wetter- und Klimasimulationen genutzt.

Umsetzung entscheidet

In den Panels und Diskussionen zeigte sich ein wiederkehrendes Bild: Viele Lösungen sind bekannt – die eigentlichen Bremsklötze liegen in Genehmigungsverfahren, Finanzierung und Marktdesign. Versorgungssicherheit, so der gemeinsame Nenner, ist kein Gegenpol zur Transformation, sondern ihre Voraussetzung.

In seinem persönlichen

Fazit auf LinkedIn

ergänzte Andreas Feicht: Transformation sei kein linearer Prozess, sondern ein kontinuierliches Nachjustieren unter realen Bedingungen. Das verlange Mut zum Nachsteuern, zu unbequemen Entscheidungen und zum Aushalten von Komplexität – und genau diesen Raum habe das Rheinische Energieforum geboten.

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