Die Initiative Klimawende Köln und die RheinEnergie haben sich in einem Vermittlungsverfahren verständigt, die Umstellung der RheinEnergie auf erneuerbare Energien zu beschleunigen. Zielsetzung ist eine vollständige Dekarbonisierung der gesamten Strom- und Wärmeversorgung bis spätestens 2035. Bislang sah die Klimaschutz-Roadmap der RheinEnergie dafür das Jahr 2040 vor. Anlass des Verfahrens war das Bürgerbegehren der Bürgerinitiative Klimawende Köln "100 Prozent Ökostrom bis 2030", das eine vollständige Umstellung der Stromversorgung und -erzeugung bis 2030 fordert. Als Ergebnis des Vermittlungsverfahrens wird Klimawende Köln das Bürgerbegehren derzeit nicht in den Rat einbringen, so dass ein möglicher Bürgerentscheid zeitgleich mit der Bundestagswahl ausgeschlossen ist.

Die Verwaltung der Stadt Köln hatte einen Vermittlungsprozess zwischen Klimawende und RheinEnergie organisiert und diesen aktiv begleitet. Mit der Vermittlung wurde der wissenschaftliche Geschäftsführer des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, Prof. Dr. Manfred Fischedick, beauftragt.

"Wir übernehmen Verantwortung für den Klimaschutz in Köln"

In den intensiven Gesprächen von Anfang März bis Mitte Juli haben die Beteiligten die bisherigen und geplanten Klimaschutzaktivitäten der RheinEnergie gemeinsam analysiert. Es wurden mehrere Szenarien betrachtet, in denen sich, abhängig von den politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen, der Weg zu einer klimaneutralen Energieversorgung beschleunigen lässt. Im Unterschied zu der ursprünglichen Forderung von Klimawende Köln haben die Beteiligten dabei nicht nur die Stromversorgung in den Fokus genommen, sondern die gesamte Strom- und Wärmeversorgung der RheinEnergie - in Köln und bundesweit.

Die Dekarbonisierung wird mit konkreten Maßnahmen erfolgen. Deren zeitliche Umsetzung ist abhängig von der energiewirtschaftlichen Entwicklung. Der Umbau hin zu einer CO2-freien Energieversorgung betrifft den bundesweiten Ausbau der Erneuerbaren Energien einschließlich einer Solaroffensive in Köln, die zügige Umstellung auf regenerativen Strom für die Kundinnen und Kunden sowie die Umgestaltung der Heizkraftwerke und Wärmenetze. Für die Umsetzung wurde ein jährliches Monitoring vereinbart. Darüber hinaus bleiben Klimawende Köln, die Stadtverwaltung und RheinEnergie weiterhin im engen Austausch miteinander.

Gemeinsam bitten Klimawende Köln und RheinEnergie die Stadtverwaltung, auf der Grundlage der Arbeitsergebnisse bis Ende des Jahres entsprechende Vorlagen in den Rat einzubringen. Bei hinreichenden Ratsbeschlüssen wird Klimawende Köln auf das ursprünglich angestrebte Bürgerbegehren abschließend verzichten.

Stimmen zur Einigung

Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Stadt Köln

"Ich freue mich sehr, dass dieser Kompromiss erzielt werden konnte und wir eine gemeinsame Basis haben, die es nun gilt, in die Tat umzusetzen. Mit einer breiten Allianz für den Klimaschutz können wir unsere ambitionierten Ziele erreichen. Dies ist eine große Chance für Köln und ich hoffe, dass dabei ein starkes Bündnis aus Rat, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft entsteht."

Tim Petzoldt, Klimawende Köln

"Klimawende Köln hat über 30.000 Unterschriften von Kölner Bürger*innen gesammelt, die mehr Klimaschutz in Köln fordern. Wir zeigen einen konkreten Weg auf, wie wir gemeinsam mit der RheinEnergie und der Stadt Köln die Dekarbonisierung nicht nur von Strom, sondern auch von Wärme bis 2035 erreichen. Uns ist es wichtig, dass die Energiewende in Köln jetzt deutlich beschleunigt wird."

Dr. Dieter Steinkamp, RheinEnergie

"Mit der vereinbarten Zielsetzung und deren Umsetzung übernehmen wir in vorderster Reihe unternehmerische und gesellschaftliche Verantwortung für den Klimaschutz in Köln. Wir werden den Umbau unserer sicheren Versorgungssysteme weiterhin konsequent angehen und immer wieder beschleunigen, sobald der energiewirtschaftliche Rahmen dies jeweils erlaubt."

Prof. Dr. Manfred Fischedick, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie

"RheinEnergie, Klimawende Köln und die Stadt Köln machen sich unumkehrbar auf den Weg zu einer vollständigen Dekarbonisierung der Strom- und Fernwärmeerzeugung, der 2035 abgeschlossen sein soll. Dieser klare Zielfokus und der festgelegte konkrete Umsetzungsfahrplan setzen ein starkes Zeichen für den notwendigen Klimaschutz auf regionaler Ebene."