27.09.2019

Unternehmen netzwerken für den Klimaschutz - Kölner LEEN zieht positive Bilanz

Gemeinsam lernt es sich doch am besten. Bezogen auf Schule, Ausbildung und Studium mag dieser Glaubenssatz noch Widerspruch hervorrufen. Geht es aber darum, Energie-Einsparpotentiale von Unternehmen ausfindig zu machen, kann er uneingeschränkt Gültigkeit beanspruchen. Das beweisen die Ergebnisse des ersten Lernenden Energieeffizienz-Netzwerks (LEEN) in Köln.

Das 2015 von der RheinEnergie AG und der LEEN GmbH ins Leben gerufene branchenübergreifende Netzwerk hat in den vergangenen vier Jahren erfolgreich Effizienzverbesserungen umgesetzt. In der Summe konnten die teilnehmenden Unternehmen ihren CO2-Ausstoß jährlich um 913 Tonnen (5 Prozent) reduzieren. Ihren Energieeinsatz senkten die Netzwerkpartner sogar um 3 Mio. Kilowattstunden (4,5 Prozent) pro Jahr. Damit lassen sich umgerechnet rund 860 Haushalte ein Jahr lang komplett mit Energie versorgen.

Kosten und Emissionen senken

"Die Steigerung der Energieeffizienz ist ein wesentliches Ziel der Energiewende. Denn so lassen sich Kosten und klimaschädliche Emissionen dauerhaft senken und durch effizientere Produktionsverfahren und Prozesse nebenbei auch Wettbewerbsvorteile erzielen", sagt Achim Südmeier, Vertriebsvorstand der RheinEnergie. "Das Kölner LEEN hat eindrucksvoll gezeigt, dass sich die Herausforderungen durch Zusammenarbeit besser bewältigen lassen."

Grundlage dieser Zusammenarbeit ist das am Fraunhofer Institut entwickelte LEEN-Managementsystem. Wesentliche Ansatzpunkte sind Optimierungen in Querschnittstechniken wie Druckluft, Kälte, Kraft-Wärme-Kopplung und elektrische Antriebe. Wichtige Aspekte sind zudem der Austausch und der Wissenstransfer der Teilnehmer untereinander - etwa bei den vier Mal jährlich stattfindenden Netzwerktreffen.

Das bestätigt auch Mirko Krück, Geschäftsführer der LEEN GmbH: "Der Netzwerkansatz erleichtert die Umsetzung der profitablen Effizienzmaßnahmen erheblich, da sich die Unternehmen gegenseitig mit Know-how unterstützen. Netzwerkunternehmen steigern ihre Effizienz nachweislich gut doppelt so schnell, wie diejenigen, die hier noch allein unterwegs sind."

Weitere Netzwerke geplant

Innerhalb der Projektlaufzeit setzten die Unternehmen insgesamt 45 Projekte um. Diese reichten vom Aufbau eines zentralen Kälte-Versorgungszentrums (medfacilities Energie GmbH) über die Optimierung eines Blockheizkraftwerks (Flughafen Köln/Bonn) bis hin zum Einsatz effizienter Lüftungstechnik oder der Durchführung von Mitarbeiterschulungen im Bereich Energieeffizienz. Nachdem das 1. Kölner LEEN am 25. September 2019 offiziell ausgelaufen ist, soll das Erfolgskonzept fortgeführt werden. "Wir haben bereits 30 Firmen akquiriert und können damit aller Voraussicht nach noch in diesem Jahr mit zwei neuen Netzwerken starten", sagt Südmeier. Aktuell plane das Unternehmen die Gründung von mindestens einem neuen Industrienetzwerk sowie einem Krankenhausnetzwerk.

Am ersten Kölner LEEN haben folgende Unternehmen als Netzwerkpartner teilgenommen:

  • Flughafen Köln/Bonn GmbH
  • Universität zu Köln
  • AVG Köln
  • Köln Marriott Hotel
  • medfacilities Energie GmbH
  • Gebäudetechnik der RheinEnergie
  • Kliniken der Stadt Köln
  • Kölner Studierendenwerk
Geschafft: Beim letzten Netzwerktreffen blickten die Vertreter der teilnehmenden Unternehmen zufrieden auf das Erreichte.Geschafft: Beim letzten Netzwerktreffen blickten die Vertreter der teilnehmenden Unternehmen zufrieden auf das Erreichte.